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Sie können diese Informationen mit den entsprechenden Querverweisen als PDF-Dokument herunterladen. Was ist CFS?Das Chronic Fatigue Syndrome, abgekürzt „CFS“, wird im deutschen Sprachraum mit Chronischem Erschöpfungssyndrom oder Chronischem Müdigkeitssyndrom übersetzt (in den USA nennt man es auch Chronic Fatigue Immune Dysfunction Syndrome „CFIDS“ und in anderen englischsprachigen Ländern Myalgic Encephalomyelitis „M.E.“). Die Weltgesundheitsorganisation WHO klassifiziert CFS in ihrem Diagnoseschlüssel ICD-10 IV (International Classification of Diseases) unter der Ziffer G 93.3 mit dem Namen „CFS, postvirales Erschöpfungssyndrom, einschliesslich benigne myalgische Enzephalomyelitis“. Es ist eine neurologische Erkrankung und wird oft auch als organische Multisystemerkrankung bezeichnet. CFS ist eine schwere Erkrankung und viele Betroffene erleben sie als sehr einschränkend und behindernd. Die ungewöhnlich starke und rasche Erschöpfung und die körperlichen, oft massiven grippeähnlichen Symptome verunmöglichen es den meisten, ihr gewohntes Leben weiterzuführen. Betroffene müssen Tag für Tag mit nervenzerrender Müdigkeit, Schwäche, Dünnhäutigkeit, Verzweiflung, Schmerzen und kognitiven Beeinträchtigungen leben. Als Folge birgt die Krankheit das Risiko, in materielle Not zu kommen sowie diverse soziale und psychische Probleme zu erleiden. Wer erkrankt an CFS?Die meisten Erkrankten sind Erwachsene in den mittleren Lebensjahren. In der Regel liegt der Krankheitsbeginn über 7 und unter 60 Jahren. Wissenschaftliche Studien aus Grossbritannien, den USA und Australien lassen darauf schliessen, dass 2 - 4 von 1000 Erwachsenen von ME/CFS betroffen sind. Das CFS tritt doppelt so häufig bei Frauen wie bei Männern auf. SymptomeBeginn und Verlauf der Symptome können verschieden sein, sehr oft berichten Betroffene aber von einem akuten und plötzlichen Auftreten der Krankheitssymptome. Häufig stabilisieren sich diese bis zu einem gewissen Grad, doch viele Erkrankte erleben über Jahre einen schwankenden oder sehr einschränkenden Verlauf. Es kommt auch vor, dass Betroffene sich wieder vollständig erholen oder auf einem mittleren Aktivitätsniveau ihr Leben autonom gestalten können. a. Hauptsymptome nach der Forschungsdefinition von Fukuda et al. Klinisch gesicherte, ungeklärte, anhaltende oder wiederkehrende Erschöpfung
b. Zusatzsymptome
c. Mögliche weitere Symptome – auch gemäss den kanadischen Kriterien 2003
Alle Symptome verschlimmern sich nach mentaler, körperlicher oder psychischer Überanstrengung. DiagnoseDa bisher keine einfache Labordiagnostik zur Verfügung steht, um CFS festzustellen, führt der Weg hauptsächlich über eine gründliche körperliche und allenfalls psychologische bzw. psychiatrische Abklärung. Dies dient dem Ausschluss anderer schwerer Erkrankungen, die ebenfalls Müdigkeit verursachen können wie z.B. Krebs, MS, Lupus, chronische Infektionen und auch psychiatrische Erkrankungen. Man nennt dies „eine Ausschluss-Diagnose-stellen“. Diagnosekriterien Die Ursachen des CFSDie Ursachen des Chronischen Erschöpfungssyndroms sind bis heute nicht eindeutig geklärt. In der Forschung wurde inzwischen aber doch eine Reihe von CFS-typischen Anomalien festgestellt, die unterschiedliche Körpersysteme betreffen. Dazu gehören das Immun- und das endokrine System (Hormone) – insbesondere die Hypophyse-Hypothalamus-Nebennierenrinden-Achse – sowie das Nervensystem und die Muskulatur. So weisen CFS-Patienten etwa veränderte Zytokin-Werte auf, ihr Cortisolspiegel ist leicht erniedrigt und ihr Serotoninspiegel erhöht. Ausserdem reagieren viele CFS-kranke Personen auf körperliche Belastungstests mit einem sehr starken Leistungsabfall über mehr als 24 Stunden hinweg. Wie es jedoch genau zu dieser komplexen Symptomlage kommt, ist – wie gesagt – bis dato nicht abschliessend geklärt und gibt entsprechend Anlass zu Theorien und Spekulationen. Dabei konkurrieren die verschiedenen Erklärungsansätze zwar untereinander hinsichtlich dessen, was als Ursache und was als Folge zu gelten habe, sie schliessen sich grundsätzlich aber nicht notwendigerweise aus. In der aktuellen Diskussion haben folgende Erklärungsmodelle den grössten Kredit (in absteigender Reihenfolge):
Ein weiterer Ansatz (Dr. Höck) verweist auf die eminente Bedeutung des Vit. D3 bei der Regulation von Zellstress. Allen Erklärungsmodellen gemeinsam ist die Annahme, dass die Erkrankung durch mehrere Faktoren bedingt wird. In diesem Zusammenhang wird denn auch des öfteren die Hypothese diskutiert, dass bei CFS-Patienten eine besondere genetische Vulnerabilität für die Erkrankung vorliegen muss. Therapie bei CFSEs gibt bis heute keine Medikamente oder Therapien, die die zugrunde liegenden Krankheitsprozesse von CFS beeinflussen können. Es sind jedoch medikamentöse, komplementäre und kognitive Behandlungen bekannt, welche die Symptome lindern können. Der therapeutische Ansatz geht dahin zu lernen, die Einschränkungen, die durch CFS entstehen, zu akzeptieren. Dauerndes Überschreiten der Grenzen kann möglicherweise die Gefahr in sich bergen, noch schwerer zu erkranken. Dennoch bedeutet „sich den Sypmptomen anpassen“ nicht aufgeben, sondern es ist eine Strategie, um wieder mehr Lebensqualität zu erlangen. Erkrankte können sich auf verschiedenen Wegen für eine Besserung einsetzen. So ist es oft sehr hilfreich, Aktivität und Ruhe in Balance zu bringen (Pacing genannt). Zudem sind der Abbau und das Vermeiden von Stress wichtig, um mögliche Rückfälle oder Verschlimmerungen zu verhindern. Komplementäre Anwendungen wie Akupunktur, Homöopathie, Ernährungsberatung, autosuggestive Methoden (autogenes Training, Meditation etc.), sanfte Körpertherapien u.a. können ebenfalls Linderungen verschaffen. Achtung: unseriöse, überteuerte Heilungsversprechen stürzen Erkrankte oft in einen Wechsel von Hoffnung und Enttäuschung (Vorsicht: Forschungen belegen, dass sich zu intensives körperliches Training kontraproduktiv auswirkt). Grundsätzlich kann ein breites Netz an Unterstützern (Familie, Freunde, Bekannte) und Fachleuten helfen, mit der schwierigen Situation umzugehen, um weitere Belastungen durch Geldsorgen, Isolation etc. zu vermeiden. Betroffene sollen sich nicht scheuen, Hilfe anzunehmen und über ihre Krankheit zu sprechen. CFS-Vereine (od. Fachstellen für chronische Erkrankungen) und Selbsthilfegruppen bieten dabei einen geschützten Rahmen, wo Betroffene verstanden werden und viel Erfahrungswissen ausgetauscht werden kann. Das nähere soziale Umfeld der Erkrankten hat die Möglichkeit in Angehörigen-Gruppen oder bei therapeutischen Fachpersonen Hilfe zu erhalten, da CFS auch für sie sehr belastend sein kann. |


